Aphasie ist eine Sprachstörung, bei der die Bereiche des Verstehens, Benennens, Lesens und Schreibens gestört ist. Da diese Fähigkeiten bei den meisten Menschen in der linken Gehirnhälfte lokalisiert sind, können diese als Folge einer Hirnschädigung durch Apoplex (Schlaganfall), Tumor, Trauma, neurologische Erkrankungen oder unbekannte Ursachen gestört sein. Dies kann bei Erwachsenen, aber auch schon bei Kindern der Fall sein.
In der Therapie wird mit viel Geduld und Ausdauer die Kommunikationsfähigkeit des Patienten nach Möglichkeit wieder hergestellt. Dies wird mit Bildmaterial, Realgegenständen, Rollenspiel, Eigenübungen, Telefontraining und vielen anderen Therapieformen intensiv geübt.
Der Besuch einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe kann dem Betroffenen wie den Angehörigen helfen, das lebensverändernde Ereignis zu verarbeiten und Unterstützung zu bekommen.
Eine Fazialisparese ist eine meist einseitige, plötzliche Lähmung der Gesichtsmuskulatur durch eine Schädigung des 7. Hirnnervs (Nervus facialis).
Typische Symptome
Herabhängender Mundwinkel, ein nicht schließbares Auge und eine gestörte Mimik sind die häufigsten Anzeichen einer Fazialisparese.
Ursachen
In 70% der Fälle gibt es keine erkennbare Ursache. In den übrigen 30% sind mögliche Auslöser:
- Infektionen (z. B. Herpes oder Borreliose)
- Tumore oder Operationsschäden
- Unfälle oder neurologische Erkrankungen
- Stress
Behandlung
Neben der Gabe von entzündungshemmenden und antiviralen Medikamenten ist eine logopädische Therapie erfolgversprechend. Sie sollte möglichst zeitnah und intensiv durchgeführt werden. Folgende Techniken kommen dabei zum Einsatz:
- Schallwellentherapie mit Novafon
- Eisbehandlung
- Mundmotorische Übungen
- Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
- Mimisch aktivierende Tonusregulation (MIAT)
Ein wichtiger Bestandteil ist dabei auch die eigenständige tägliche Übung zu Hause.
Heilungschancen
In 80% der Fälle heilt die Parese innerhalb von Wochen oder wenigen Monaten vollständig aus. In seltenen Fällen können bleibende Schäden oder fehlerhafte Nervenheilungen zurückbleiben – hier kann möglicherweise ein chirurgischer Eingriff oder eine Botox-Behandlung helfen.
Die Dysarthrophonie ist eine Sprechstörung, deren Ursache eine Schädigung in den inneren Strukturen des Gehirns, dem Kleinhirn oder in den Bahnen des Zentralen Nervensystems ist. Bei degenerativen neurologischen Erkrankungen tritt einen Dysarthrophonie ebenso auf wie nach Apoplex (Schlaganfall) oder Schädel-Hirn-Trauma.
Betroffen ist dabei in veränderlichen Anteilen:
- die Artikulation- das Sprechen ist verwaschen und undeutlich durch die Tonusveränderungen von Zunge, Lippen und Rachenraum
- die Stimme- der Stimmklang ist verhaucht oder gepresst durch die Tonuserhöhung oder -reduzierung im Kehlkopf
- die Atmung- die Ausatemlänge kann stark reduziert sein, so dass kaum ein zusammenhängender Satz gesprochen werden kann.
In der Therapie werden alle drei Bereiche beübt und versucht, die Kommunikationsfähigkeit des Patienten positiv zu beeinflussen.
Essen und Trinken sind nicht nur lebensnotwendig sondern auch ein wesentlicher Bestandteil unserer Lebensqualität. Als Folge eines Schlaganfalls oder auch im Rahmen bestimmter neurologischer Erkrankungen kann das Schlucken betroffen sein. Das Parkinson-Syndrom ist ein Beispiel für eine neurologische Erkrankung, die mit Schluckstörungen einhergehen kann.
Wir geben nach eingehender Diagnostik eine Empfehlung, ob der Patient oral Kost und Getränke zu sich nehmen darf. Manchmal ist auch zeitweilig oder dauerhaft eine sog. Kostformanpassung notwendig. D. h. dass der Patient z. B. ausschließlich angedickte Getränke oder Breikost zu sich nehmen darf, da er nur diese Konsistenzen sicher schlucken kann. In der Therapie führen wir mit dem Patienten passive Übungen (wie z. B. Mundinnenraumstimulation) und/ oder aktive Übungen (wie z. B. Übungen zur Verbesserung der Kehlkopfhebung) durch, um die Schluckfähigkeit zu verbessern.